Bundesplatz 14
10715 Berlin
U + S-Bhf Bundesplatz (U9 - S 41,42,46)
Bus 248, N9
Tel.: 030 / 85 40 60 85
Europa Cinema
Eintrittspreise:
-Erwachsene 8,-- €
-Kinder (bis 12 J.) 5,-- €
-ermäßigt 7,-- €
-Kinotag: Mittwoch 6,-- €
keine Kreditkartenzahlung möglich
Wir zeigen heute,
Dienstag, den 07.07.2020:


15:30 Bundesplatz-Kino:
Wer die Nachtigall stört (1962)

18:00 Bundesplatz-Kino:
Parasite

20:30 Bundesplatz-Kino:
La Vérité - Leben und lügen lassen

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Impressum

Eva-Lichtspiele
Dokumentation von ANDREAS FISCHER

Lindenhotel (1990)

 
Am Sonntag um 11 Uhr in unserer Matinee

Zu Gast: ANDREAS FISCHER, Filmemacher, Fotograf und Autor, stammt aus dem Rheinland und zog 1987 nach Friedenau. Seit nunmehr genau 30 Jahren lebt und arbeitet er hier.

davor Kurzfilm „Kurt“

"Lindenhotel":
(s/w, 70 Min., BRD/DDR, 1990, Regie mit Fayd Jungnickel)
"Lindenhotel" war der erste lange Dokumentarfilm von Andreas Fischer.
Unmittelbar nach Maueröffnung, porträtierte er gemeinsam mit seinem Co-Regisseur Fayd Jungnickel (damals DDR) ehemalige Insassen der Stasi-Untersuchungshaftananstalt in Potsdam/Lindenstrasse, im Volksmund genannt "Lindenhotel".

Kurzfilm "Kurt":
(s/w, 14 Min., BRD, 1987)
Im Film wird Kurt Schlagk porträtiert, in den 30er Jahren Aushilfskellner bei der UFA.
Dort traf er auf Hans Albers, dessen Stimme er zum Zeitpunkt der Dreharbeiten völlig lebensecht imitieren koinge.
Details zu den Filmen unter www.moraki.de.

Das »Große Holländische Haus« in der Potsdamer Lindenstraße blickt auf eine wechsel- und unheilvolle Geschichte zurück: 1809 bis 1817 tagte hier das erste Potsdamer Stadtparlament. Nach dessen Umzug wurde das Haus zum Gericht und Gefängnis umgebaut. Von 1933 bis 1945 waren hier Verfolgte des Nazi-Regimes inhaftiert. Das Potsdamer Erbgesundheitsgericht nutzte das Gebäude von 1934 bis 1944 und ordnete die Zwangssterilisation von mehr als 3.300 Männern und Frauen an. 1945 beschlagnahmte der sowjetische Geheimdienst den Gebäudekomplex und nutzte ihn als Untersuchungsgefängnis. Militärtribunale verhängten hier langjährige Haftstrafen und auch Todesurteile. 1952 wurde das Gefängnis an das MfS übergeben, das hier eine Untersuchungshaftanstalt betrieb, im Volksmund »Lindenhotel« genannt. Erst am 27. Oktober 1989 wurden die letzten politischen Häftlinge entlassen. Heute ist die Lindenstraße 54/55 eine Gedenkstätte mit Ausstellungen und Bildungsangeboten.
Als bei einem »Tag der offenen Tür« im Januar 1990 hunderte Menschen die Gelegenheit wahrnahmen, das Gefängnis von innen zu besichtigen, nutzten Fayd Jungnickel und Andreas Fischer die Chance, ehemalige Häftlinge, aber auch Stasi-Mitarbeiter*innen, nach ihren Erlebnissen und Ansichten zu befragen. Der sensationsheischenden Berichterstattung der Fernsehanstalten hielten die jungen Filmemacher einen zurückhaltenden Kinodokumentarfilm in Schwarzweiß entgegen.
(Filmmuseum Potsdam November 2019)