DIE BILDERWELTEN DES JONATAN BRIEL

Wie zwei fröhliche Luftschiffer (1969, 35mm)

Filmreihe und Ausstellung

Im Bundesplatz-Kino:
Sonntag 18.10. um 15:30 Uhr
FINISSAGE

Sonntag 18.10.


BRD | 1969 | 86 Min | 35 mm
Regie/Drehbuch/Schnitt: Jonatan Briel
Kamera: Christoph Roth
Mit Jürgen Wegner, Maria Milde

Für nicht einmal 12.000 DM drehte Jonatan Briel den ersten langen Abschlussfilm an der DFFB. Ästhetisch pendelnd zwischen kühler schwarzweißer Präzision und visuellen Ausbrüchen in den Montagesequenzen, dabei Werke der Bildenden Kunst ebenso mit einbeziehend wie Strategien des Stumm- und Underground-Films, erzählt Briel von den letzten Tagen Heinrich von Kleists und vom „Schicksal dieses […] an seiner Homosexualität zugrunde gegangenen Dichters“ (Briel), gemäß Georg Lukács’ Diktum, dass die Miserabilität Deutschlands Kleist in den Tod getrieben habe. Die Rekonstruktion des gemeinsamen Suizids von Kleist und Henriette Vogel am Kleinen Wannsee verbindet Briel mit der revolutionären Stimmung der Gegenwart des Jahres 1968, in einem so bildgewaltigen wie auf die literarische Sprache ausgerichteten Film, der visuell stark beeinflusst ist von den mystischen Bilderwelten von Dreyers Vampyr. Während Vampyr ein „Heimatfilm für alle“ ist, „die niemals ganz auf der Welt angekommen sind“ (Daniel Illger) kann man mit Kleist gesprochen und auf [i]Wie zwei fröhliche Luftschiffer bezogen, hier auch an all jene denken, denen auf Erden nicht zu helfen war.[/i]