Bundesplatz-Kino

Bundesplatz 14
10715 Berlin
U + S-Bhf Bundesplatz (U9 - S 41,42,46)
Bus 248, N9
Tel.: 030 / 85 40 60 85
Saal ist barrierefrei
Wir zeigen heute,
Freitag, den 08.05.2026:


15:15 Bundesplatz-Kino:
Arrow Die reichste Frau der Welt (OmU)

18:00 Bundesplatz-Kino:
Arrow Book of Ruth (Omd+eU)

20:15 Bundesplatz-Kino:
Arrow The Soundman (Omd+eU)

Eintrittspreise

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Pfeil Cosima Filmtheater
Pfeil Eva Lichtspiele
32. JFBB - Jüdisches Filmfestival Berlin Brandenburg

Book of Ruth (Omd+eU)


Freitag, 8. Mai, um 18.00 Uhr
Zu Gast: David Stragmeister (Kamera) - angefragt!

Freitag 08.05.


Esty Shushan | IL 2025 | 88 min | Omd+eU | Spielfilm

Originalsprache: Hebräisch, Französisch

Besetzung: Meshi Kleinstein, Aury Alby, Daniel Moreshet

In ihrer ultraorthodoxen Gemeinde suchen Ruth und ihr Mann Shmuel nach dem Tod
ihres kleinen Sohnes nach einem Weg, mit dem Unfassbaren weiterzuleben. Während
Shmuel sich zunehmend in eine gottesfürchtige, patriarchale Ordnung flüchtet, beginnt
Ruth zu zweifeln. Schritt für Schritt löst sie sich von den Erwartungen ihrer Umgebung
und sucht nach eigenen Antworten auf Schmerz und Trauer.


Die Regisseurin Esty Shushan gibt einen Einblick in die israelische ultraorthodoxe Haredi-Gemeinschaft aus einer selten gezeigten weiblichen Perspektive. Ohne zu romantisieren, erzählt der Film von den Spannungen innerhalb dieser Gemeinschaft – besonders im Hinblick auf die Rolle von Frauen zwischen Glauben, Familie und persönlicher Freiheit. Im Zentrum steht Ruths innerer Prozess nach dem Tod ihres Sohnes, der sich ganz leise und allmählich vollzieht. Ihre Trauer lässt sich nicht in die vertrauten Rituale ihrer Gemeinschaft übersetzen. In einem zentralen Moment sagt sie: “I’m not sure if I want to be healed.“ Damit macht sie eindrucksvoll deutlich, dass Heilung keine einfache Lösung ist, sondern ein mühsamer Weg voller Widerstände – der vielleicht nie zu Ende gegangen werden kann.

Die Biographie der Regisseurin verleiht dem Film zusätzlich eine politische Dimension. 2012 gründete Esty Shushan die feministische Bewegung „Lo Nivcharot, Lo Bocharot“ (hebräisch: „Nicht gewählt, nicht wählend“), die kritisiert, dass ultraorthodoxe Parteien Frauen systematisch von Kandidaturen ausschließen. Ruths Geschichte stellt damit auch die Frage, welche Handlungsspielräume Frauen in der streng geregelten, religiösen Gemeinschaft haben.